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Berliner Parks

Tiergarten Berlin: Routen und Picknick-Spots 2026

Der Große Tiergarten ist mit 210 Hektar Fläche und einem Wegenetz von über 23 Kilometern der größte innerstädtische Park Berlins. Vom Brandenburger Tor bis zum Bahnhof Zoo verbindet er die historische Mitte mit der westlichen City. Bellevue, Siegessäule und Potsdamer Platz liegen alle in Fußnähe.

Die heutige Anlage geht auf den Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné zurück, der den Tiergarten ab 1833 in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltete. Davor war das Gelände jahrhundertelang kurfürstliches Jagdrevier der Hohenzollern. Im Frühjahr und Sommer 2026 lohnen sich vor allem drei klassische Routen. Sie lassen sich einzeln gehen oder zu einer Tagesrunde verbinden.

Drei klassische Tiergarten-Routen im Überblick

Route Strecke Dauer Geeignet für
Brandenburger Tor zur Siegessäule 1,7 km ca. 25 Min. Sightseeing
Großer Stern, Englischer Garten, Neuer See 2,4 km ca. 45 Min. Picknick und Spaziergang
Spreebogen, Schloss Bellevue, Hansaplatz 3,1 km ca. 50 Min. Architektur und Wasserblick

Die Routen im Detail

Route 1: Brandenburger Tor zur Siegessäule. Klassische Sightseeing-Strecke entlang der Straße des 17. Juni. Vom Brandenburger Tor geht es geradeaus durch den dicht bepflanzten Mittelstreifen Richtung Westen. Unterwegs liegen das Sowjetische Ehrenmal mit den beiden T-34-Panzern, das Reiterstandbild von Friedrich Wilhelm III. und das Carl-von-Ossietzky-Denkmal. An der Siegessäule lohnt der Aufstieg über 285 Stufen zur Aussichtsplattform.

Route 2: Großer Stern, Englischer Garten, Neuer See. Die ruhigere Variante für einen Picknicktag. Vom Großen Stern führt der Weg in den Englischen Garten mit seinen blühenden Rhododendren im Mai und Juni, weiter zum Café am Neuen See und zur Wiese am südlichen Ufer. Diese Route eignet sich besonders gut für Familien mit kleinen Kindern, weil sie kaum Straßenüberquerungen enthält.

Route 3: Spreebogen, Schloss Bellevue, Hansaplatz. Die architektonische Strecke im Norden des Parks. Sie beginnt am Reichstagsufer mit Blick auf das Bundeskanzleramt, führt am Schloss Bellevue vorbei (Amtssitz des Bundespräsidenten) und endet am Hansaplatz mit seinen Bauten der Internationalen Bauausstellung 1957. Der Spreebogenpark ist im Mai besonders schön, wenn die Rasenflächen frisch gemäht und die Lindenalleen vollständig belaubt sind.

Picknick-Spots im Tiergarten

Die schönsten Plätze für ein Picknick liegen dort, wo Wasser, Schatten und freie Wiesen aufeinandertreffen. Fünf Stellen funktionieren besonders gut:

  • Wiese am Neuen See, südlich des Cafés am Neuen See
  • Englischer Garten hinter dem Schloss Bellevue
  • Luiseninsel im südlichen Tiergarten
  • Rosengarten am Großen Stern
  • Wiesenflächen entlang der Straße des 17. Juni nahe dem Sowjetischen Ehrenmal

Tipp für die Hauptsaison: Der Englische Garten ist nach 16 Uhr deutlich ruhiger, weil sich die meisten Picknicker zur Siegessäule und zur Straße des 17. Juni verlagern. Im Hochsommer lohnt sich der nördliche Teil rund um die Luiseninsel, dort spendet der alte Baumbestand zwischen elf und 14 Uhr verlässlich Schatten. Ruhigere Park-Alternativen abseits des Tiergartens stehen in der Übersicht zu romantischen Berliner Parks und Gärten.

Bootsverleih und Cafés im Park

Der Bootsverleih am Neuen See öffnet in der Saison 2026 ab dem 1. April täglich von 10:00 bis 20:00 Uhr. Ein Ruderboot kostet im Schnitt 22 Euro pro Stunde, Tretboote etwas mehr. Das angeschlossene Café am Neuen See bietet warme Küche und ist einer der wenigen klassischen Biergärten direkt im Park. Bei Sonnenwetter sind die Plätze auf der Terrasse ab dem späten Vormittag belegt, eine Reservierung lohnt sich am Wochenende.

Eine zweite Anlaufstelle ist der Schleusenkrug am Landwehrkanal. Das Wirtshaus steht seit 1645 an dieser Stelle und gehört mit seiner Terrasse direkt am Wasser zu den ältesten Berliner Gaststätten. Heute ist es ein typischer Biergarten unter alten Kastanien, im Sommer von Mittag bis Mitternacht geöffnet.

Weitere Verpflegungsstationen im Park sind das Café am Carl-von-Ossietzky-Platz und die kleinen Kioske an den Hauptkreuzungen. Eigene Verpflegung mitzubringen ist erlaubt und in den Sommermonaten die unkomplizierteste Variante.

Foto-Spots im Tiergarten

Wer mit Kamera oder Smartphone unterwegs ist, findet im Tiergarten mehrere klassische Berlin-Motive. Die Siegessäule bietet bei klarem Wetter Postkarten-Perspektiven Richtung Brandenburger Tor und Reichstag. Vom Großen Stern aus lässt sich die Säule besonders gut ins Bild setzen, weil der Verkehrskreisel die nötige Distanz herstellt.

Spiegelungen im Wasser gelingen am Neuen See und am Goldfischteich nahe der Luiseninsel besonders gut, vor allem in den Stunden nach Sonnenaufgang. Für Architekturaufnahmen lohnt sich der Spreebogen mit dem Bundeskanzleramt und dem gegenüberliegenden Paul-Löbe-Haus, fotografisch besonders interessant im Gegenlicht am späten Nachmittag.

Flora und Fauna: Der Tiergarten als Naturraum

Trotz der zentralen Lage beherbergt der Tiergarten eine erstaunliche Vielfalt. Über 100 Vogelarten sind dokumentiert, darunter Buntspecht, Eichelhäher, Habicht und mehrere Eulenarten. Eichhörnchen, Füchse und Marderhunde leben im Park, ebenso eine Population von Hasen, die vor allem in den frühen Morgenstunden auf den Wiesen sichtbar wird.

Der Baumbestand setzt sich aus über 20.000 Bäumen zusammen, darunter alte Eichen, Linden, Buchen und einige Mammutbäume nahe der Luiseninsel. Im Frühling stehen die Rhododendren im Englischen Garten in voller Blüte, ab Mai folgen die Rosen am Großen Stern. Wer früh am Morgen unterwegs ist, hat gute Chancen, einen Buntspecht oder Eichelhäher in Aktion zu sehen.

Anreise und Orientierung

Der Tiergarten ist von vier Seiten gut erreichbar. Im Westen liegt der S-Bahnhof Tiergarten, im Norden der S-Bahnhof Bellevue, im Nordwesten die U-Bahn-Station Hansaplatz. Östlich und südlich grenzen die zentralen Stationen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz an. Vom Park aus erreicht man das Stadtzentrum zu Fuß ohne Umstieg.

Für ortsfremde Besucher empfiehlt sich der Einstieg am Brandenburger Tor: Von dort sind alle drei Routen direkt erreichbar, und die Rückkehr zum Hotel oder Bahnhof gelingt unkompliziert über die U5 oder S1. Wer mit dem Fahrrad kommt, findet an den Hauptzugängen Abstellflächen, die Hauptwege sind durchgängig fahrradtauglich asphaltiert.

Park und Stadt an einem Tag verbinden

Vom Tiergarten zum Potsdamer Platz sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Vormittag im Park, Nachmittag in der Mitte, Abend mit Restaurant, Konzert oder klassischem Spiel rund um den Marlene-Dietrich-Platz: diese Kombination funktioniert im Tiergarten besonders gut, weil alles fußläufig liegt. Konkrete Vorschläge stehen in unserem Beitrag zu Berliner Freizeitorten abseits der Gärten.

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